WISSEN ZUM EINBÜRGERUNGSTEST

Behörden, Alltag und Rechte in Deutschland

Im Alltag hat man oft mit Behörden, Vermietern und Regeln zu tun. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Pflichten und Rechte, nach denen der Einbürgerungstest fragt. Dazu gehören Ehrenamt, Anmeldung, Gleichbehandlung und der Umgang mit Behörden.

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Ehrenamt und Engagement

Viele Menschen in Deutschland arbeiten ehrenamtlich. Das heißt: Sie arbeiten freiwillig und unbezahlt, zum Beispiel in Vereinen und Verbänden. Wer sich vor Ort einsetzen will, kann sich in einer Bürgerinitiative engagieren oder selbst eine gründen. So versucht man, Entscheidungen zu beeinflussen, etwa den Erhalt einer Buslinie.

Ein Ehrenamt kann auch Pflicht sein. Wer als Wahlhelferin oder Wahlhelfer berufen wird, muss dieses Amt grundsätzlich übernehmen. Ablehnen darf man nur aus einem wichtigen Grund.

Demonstrieren

Das Grundgesetz schützt die Versammlungsfreiheit in Artikel 8. Wer eine Demonstration auf der Straße plant, muss sie aber bei der zuständigen Behörde anmelden. Das Versammlungsgesetz regelt die Einzelheiten.

Umzug, Wohnen und Ruhe

Nach einem Umzug muss man sich bei der Meldebehörde anmelden. Im Alltag heißt sie oft Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt. Die Anmeldung muss innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug erfolgen.

In den meisten Mietshäusern gibt es eine Hausordnung. Sie enthält Regeln für das Zusammenleben, zum Beispiel zu Ruhezeiten oder zur Reinigung. Alle Bewohnerinnen und Bewohner müssen sich daran halten.

Als Beginn der Nachtruhe gilt meist 22 Uhr. Die genauen Ruhezeiten legen aber oft Länder und Gemeinden fest. Auch Hausordnung und Mietvertrag können Regeln setzen.

Rechte und Regeln für alle

Das Briefgeheimnis schützt Briefe vor fremden Blicken. Es steht in Artikel 10 des Grundgesetzes. Wer einen Brief öffnet, der an eine andere Person gerichtet ist, verletzt es. Das kann strafbar sein. Die Schweigepflicht ist etwas anderes: Sie betrifft vertrauliche Informationen, die man in bestimmten Berufen erfährt.

Niemand darf wegen seiner Herkunft benachteiligt werden. Wird jemand wegen seiner Hautfarbe nicht in ein öffentliches Schwimmbad gelassen, ist das Recht auf Gleichbehandlung verletzt. Artikel 3 des Grundgesetzes und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützen davor.

Ab 14 Jahren sind Jugendliche strafmündig. Sie können also für eine Straftat bestraft werden, wenn sie reif genug sind, das Unrecht einzusehen. Das Jugendstrafrecht orientiert sich aber stark am Erziehungsgedanken.

Behörden: Beschwerde, Widerspruch und Einspruch

Wer von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter einer Behörde schlecht behandelt wird, kann sich bei der Behördenleitung beschweren. Eine Beschwerde ist aber etwas anderes als ein Widerspruch. Ein Widerspruch richtet sich gegen eine behördliche Entscheidung. Auch gegen eine falsche Rechnung einer Behörde legt man Widerspruch ein.

Gegen einen falschen Steuerbescheid kann man Einspruch einlegen. Die Frist beträgt in der Regel einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids. Die Rechtsbehelfsbelehrung auf dem Schreiben nennt den richtigen Weg.

Gewerbe, Führerschein und Kauf

Wer ein Restaurant eröffnen will, braucht in der Regel eine Gaststättenerlaubnis der zuständigen Behörde. Die genauen Regeln hängen vom Bundesland und von der Art des Betriebs ab.

Die theoretische Führerscheinprüfung gibt es auch in mehreren Fremdsprachen. Welche Sprachen angeboten werden, erfährt man bei der Prüfstelle.

Ist ein neu gekauftes Gerät kaputt, reklamiert man es beim Verkäufer. Dafür gelten die Mängelrechte nach § 437 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Zuerst kommen meist Reparatur oder Ersatzlieferung. Eine Anzeige bei der Polizei ist nicht der richtige Weg.

Diese 16 Fragen kommen im Test vor

  1. 134Man will die Buslinie abschaffen, mit der Sie immer zur Arbeit fahren. Was können Sie machen, um die Buslinie zu erhalten?
  2. 132Viele Menschen in Deutschland arbeiten in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Was bedeutet das?
  3. 243Maik und Sybille wollen mit Freunden an ihrem deutschen Wohnort eine Demonstration auf der Straße abhalten. Was müssen sie vorher tun?
  4. 253Wo müssen Sie sich anmelden, wenn Sie in Deutschland umziehen?
  5. 256Ein Ehepaar möchte in Deutschland ein Restaurant eröffnen. Was braucht es dazu unbedingt?
  6. 263In Deutschland sind Jugendliche ab 14 Jahren strafmündig. Das bedeutet: Jugendliche, die 14 Jahre und älter sind und gegen Strafgesetze verstoßen, …
  7. 266Wann beginnt die gesetzliche Nachtruhe in Deutschland?
  8. 268Eine junge Frau will den Führerschein machen. Sie hat Angst vor der Prüfung, weil ihre Muttersprache nicht Deutsch ist. Was ist richtig?
  9. 274Sie haben in Deutschland absichtlich einen Brief geöffnet, der an eine andere Person adressiert ist. Was haben Sie nicht beachtet?
  10. 276Was sollten Sie tun, wenn Sie von Ihrem Ansprechpartner / Ihrer Ansprechpartnerin in einer deutschen Behörde schlecht behandelt werden?
  11. 279In den meisten Mietshäusern in Deutschland gibt es eine „Hausordnung“. Was steht in einer solchen „Hausordnung“? Sie nennt …
  12. 280Wenn Sie sich in Deutschland gegen einen falschen Steuerbescheid wehren wollen, müssen Sie …
  13. 281Zwei Freunde wollen in ein öffentliches Schwimmbad in Deutschland. Beide haben eine dunkle Hautfarbe und werden deshalb nicht hineingelassen. Welches Recht wird in dieser Situation verletzt? Das Recht auf …
  14. 282Welches Ehrenamt müssen deutsche Staatsbürger/Staatsbürgerinnen übernehmen, wenn sie dazu aufgefordert werden?
  15. 283Was tun Sie, wenn Sie eine falsche Rechnung von einer deutschen Behörde bekommen?
  16. 290Sie haben in Deutschland einen Fernseher gekauft. Zu Hause packen Sie den Fernseher aus, doch er funktioniert nicht. Der Fernseher ist kaputt. Was können Sie machen?

Jede Frage mit Hintergrund findest du auf den Fragenseiten. Mit Antworten üben kannst du in der App.

QuellenBundesministerium der Justiz: § 17 BMG – Anmeldung und AbmeldungBundesministerium der Justiz: § 202 StGB – Verletzung des BriefgeheimnissesBundesministerium der Justiz: § 355 AO – EinspruchsfristBundesministerium der Justiz: § 437 BGB – Rechte des Käufers bei MängelnUmweltbundesamt: Nachbarschaftslärm

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