WISSEN ZUM EINBÜRGERUNGSTEST

Arbeit, Gewerkschaften und Arbeitsrecht in Deutschland

Die meisten Menschen in Deutschland arbeiten als Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer. Das Arbeitsrecht regelt, welche Rechte und Pflichten sie und ihre Arbeitgeber haben. Viele Fragen des Einbürgerungstests drehen sich um dieses Thema.

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Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die meisten Erwerbstätigen in Deutschland sind bei einer Firma oder bei einer Behörde angestellt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren 2025 rund 42,2 Millionen Menschen Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer. Rund 3,7 Millionen arbeiteten selbständig.

Arbeitnehmer stellen ihre Arbeitskraft zur Verfügung und bekommen dafür Lohn oder Gehalt. Der Arbeitgeber ist die Firma, die Behörde oder die Organisation, die sie beschäftigt.

Gewerkschaften und Betriebsrat

Gewerkschaften sind Vereinigungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Sie vertreten deren Interessen gegenüber den Arbeitgebern. Sie verhandeln zum Beispiel Tarifverträge über Löhne und Arbeitszeiten und helfen Mitgliedern bei Konflikten im Arbeitsleben.

Im Betrieb vertritt der Betriebsrat die Beschäftigten. Wer ein Problem mit dem Arbeitgeber hat, kann sich mit einer Beschwerde an den Betriebsrat wenden. Hält er die Beschwerde für berechtigt, soll er beim Arbeitgeber auf eine Lösung hinwirken.

Kündigung und Arbeitsgericht

Wer kündigt, muss die geltende Kündigungsfrist beachten. Sie steht im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder im Gesetz. Die gesetzlichen Grundfristen regelt § 622 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

Eine Kündigung darf nicht aus unzulässigen Gründen erfolgen. Hält man eine Kündigung für ungerechtfertigt, kann man eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben. Dafür gilt in der Regel eine Frist von drei Wochen ab Zugang der schriftlichen Kündigung. Deshalb sollte man sofort Rat einholen.

Das Arbeitsgericht entscheidet Streit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern aus dem Arbeitsverhältnis. Familien- oder Strafsachen gehören nicht dorthin.

Eine Schwangerschaft darf kein Kündigungsgrund sein. Das Mutterschutzgesetz verbietet eine Kündigung während der Schwangerschaft grundsätzlich, wenn der Arbeitgeber davon weiß oder rechtzeitig informiert wird. Nur sehr enge Ausnahmen mit behördlicher Genehmigung bleiben möglich.

Schutz vor Diskriminierung

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Menschen im Berufsleben. Es verbietet Benachteiligungen zum Beispiel wegen Geschlecht, ethnischer Herkunft oder Behinderung. Das gilt auch schon bei der Bewerbung.

Typische Beispiele für eine unzulässige Ablehnung sind:

  • Ein geeigneter Bewerber wird nicht eingestellt, weil er im Rollstuhl sitzt.
  • Ein geeigneter Bewerber wird wegen seiner dunklen Hautfarbe nicht eingestellt.
  • Eine Bewerberin wird allein deshalb abgelehnt, weil sie Mutter ist. Das benachteiligt sie in der Regel wegen ihres Geschlechts.

Gute Gründe sind dagegen die berufliche Eignung, Qualifikation und Erfahrung. Religion, Geschlecht oder eine Parteimitgliedschaft sind keine beruflichen Qualifikationen.

Ausbildung, Weiterbildung und Berufsberatung

Gute Ausbildung verbessert die Chancen auf einen qualifizierten und gut bezahlten Arbeitsplatz. Berufe ändern sich schnell, etwa durch neue Technik und Digitalisierung. Deshalb müssen Erwachsene auch nach der Ausbildung weiterlernen.

Das Berufsinformationszentrum (BiZ) gehört zur Bundesagentur für Arbeit. Dort findet man Informationen zu Berufen, zur Ausbildung und zur Bewerbung. Auch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilft es. Bei der Steuererklärung oder der Rentenberechnung hilft es dagegen nicht.

Was vom Gehalt abgeht

Bei einer festen Anstellung werden vom Bruttogehalt Lohnsteuer und Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen. Dazu gehören die Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Die Umsatzsteuer dagegen zahlt man nicht vom Gehalt. Sie steckt im Preis von Waren und Dienstleistungen und wird beim Einkauf wirtschaftlich von den Käuferinnen und Käufern getragen.

Diese 16 Fragen kommen im Test vor

  1. 23In Deutschland sind die meisten Erwerbstätigen …
  2. 101Gewerkschaften sind Interessenverbände der …
  3. 104Eine Frau in Deutschland verliert ihre Arbeit. Was darf nicht der Grund für diese Entlassung sein?
  4. 135Wen vertreten die Gewerkschaften in Deutschland?
  5. 136Sie gehen in Deutschland zum Arbeitsgericht bei …
  6. 137Welches Gericht ist in Deutschland bei Konflikten in der Arbeitswelt zuständig?
  7. 138Was kann ich in Deutschland machen, wenn mir mein Arbeitgeber / meine Arbeitgeberin zu Unrecht gekündigt hat?
  8. 250In Deutschland hat man die besten Chancen auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz, wenn man …
  9. 259Das Berufsinformationszentrum BIZ bei der Bundesagentur für Arbeit in Deutschland hilft bei der …
  10. 277Eine Frau, die ein zweijähriges Kind hat, bewirbt sich in Deutschland um eine Stelle. Was ist ein Beispiel für Diskriminierung? Sie bekommt die Stelle nur deshalb nicht, weil sie …
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  12. 284Was man für die Arbeit können muss, ändert sich in Zukunft sehr schnell. Was kann man tun?
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  16. 289Ein Mann mit dunkler Hautfarbe bewirbt sich um eine Stelle als Kellner in einem Restaurant in Deutschland. Was ist ein Beispiel für Diskriminierung? Er bekommt die Stelle nur deshalb nicht, weil …

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QuellenEckzahlen zum Arbeitsmarkt - Statistisches BundesamtMitglied in der Gewerkschaft werden - Deutscher GewerkschaftsbundArbeitsgerichtsgesetzBundesministerium der Justiz: § 1 AGG – Ziel des GesetzesBundesagentur für Arbeit: Das Berufsinformationszentrum (BiZ)

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