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Konrad Adenauer: der erste Bundeskanzler
Das Grundgesetz wurde am 23. Mai 1949 verkündet, nachdem der Parlamentarische Rat es ausgearbeitet hatte. Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Konrad Adenauer wurde am 15. September 1949 vom ersten Deutschen Bundestag zum ersten Bundeskanzler gewählt. Er blieb bis 1963 im Amt. Der Bundeskanzler leitet die Bundesregierung. Adenauer setzte auf eine enge Bindung an die westlichen Staaten, die sogenannte Westbindung. Er strebte außerdem die Aussöhnung mit Frankreich an.
Adenauer prägte die Anfangsjahre des Staates stark. Nach ihm folgten unter anderem Ludwig Erhard und Willy Brandt im Amt des Bundeskanzlers.
Die Soziale Marktwirtschaft
Die Wirtschaftsordnung in Deutschland heißt Soziale Marktwirtschaft. Sie verbindet freien Wettbewerb und Privateigentum mit sozialem Ausgleich. Die Preise richten sich nach Angebot und Nachfrage. Der Staat setzt Regeln und sorgt für soziale Sicherheit. Der Wettbewerb soll Preise niedrig und Angebote gut halten.
Eine Planwirtschaft ist dagegen ein System, in dem der Staat die Wirtschaft plant und steuert. Die Soziale Marktwirtschaft ist also weder eine Planwirtschaft noch ein völlig ungeregelter Markt. Zu den sozialen Elementen gehören Sozialversicherungen, zum Beispiel für Krankheit und Rente. Mit ihr verbindet man vor allem den Namen Ludwig Erhard, der damals Wirtschaftsminister war. Er wurde später selbst Bundeskanzler, von 1963 bis 1966.
Das Wirtschaftswunder
Als Wirtschaftswunder bezeichnet man den schnellen Aufschwung der jungen Bundesrepublik. Er fiel vor allem in die 1950er-Jahre. Eng verbunden ist er mit der Währungsreform und dem Wiederaufbau nach dem Krieg. Die D-Mark wurde im Juni 1948 in den Westzonen eingeführt. Viele Menschen hatten vorher kaum Waren kaufen können. Mit der neuen Währung wuchsen Produktion und Einkommen schnell. Viele Familien konnten sich nun Haushaltsgeräte, Autos und Reisen leisten. Die Arbeitslosigkeit sank in dieser Zeit deutlich. So wurde die Bundesrepublik in wenigen Jahren zu einem wirtschaftlich starken Land.
Willy Brandt und die Ostpolitik
Willy Brandt wurde 1969 Bundeskanzler der sozialliberalen Bundesregierung. Für seine Politik erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis. Vorher war er Regierender Bürgermeister von Berlin. Seine neue Ostpolitik sollte das Verhältnis zu den östlichen Nachbarn verbessern.
Am 7. Dezember 1970 kniete Brandt am Denkmal des Warschauer Ghettos nieder. Mit dieser Geste bat er Polen und die polnischen Juden um Vergebung. Der Kniefall gilt bis heute als eines der bekanntesten Zeichen deutscher Versöhnungspolitik. Die Geste löste in Deutschland und im Ausland große Beachtung aus.
Zwischen 1970 und 1973 wurden die sogenannten Ostverträge geschlossen. Sie betrafen Verträge mit Moskau, Warschau und Prag sowie mit der DDR. Sie sollten das Verhältnis zu den östlichen Nachbarn verbessern und Spannungen verringern. Die Ostpolitik war in Deutschland umstritten. Ihre Befürworter sahen darin einen Weg zu mehr Verständigung. Ihre Kritiker lehnten einige Zugeständnisse ab. Der Bundestag musste die Verträge billigen. Das geschah nach heftigem Streit.
Diese 7 Fragen kommen im Test vor
- 50Die Wirtschaftsform in Deutschland nennt man …
- 165Wie hieß der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland?
- 171Soziale Marktwirtschaft bedeutet, die Wirtschaft …
- 180Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland war …
- 181Was wollte Willy Brandt mit seinem Kniefall 1970 im ehemaligen jüdischen Ghetto in Warschau ausdrücken?
- 183Wann war in der Bundesrepublik Deutschland das „Wirtschaftswunder“?
- 211Welcher Politiker steht für die „Ostverträge“?
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QuellenDeutscher Bundestag: Adenauer zum ersten Bundeskanzler gewähltBundesministerium für Wirtschaft: Wirtschaftswunder und Soziale MarktwirtschaftBundesregierung: Rede zum Jahrestag des Kniefalls von WarschauBundeszentrale für politische Bildung: Der Weg zur Einheit